Kick Off zum Bühnenbildprojekt „Peer Gynt“

19. – 21. Februar 2020

«Unsere Gesellschaft ist ein bunter Supermarkt der Identitäten. Wer ich sein will, muss ich aus einer Fülle von Angeboten herausfiltern. Das ist anstrengend, verwirrend – und vielleicht auch ein Fortschritt. Unsere Identität ist nichts Statisches, kein fester Zustand, den wir immer wieder unverändert abrufen können. Deshalb stellt sich weniger die Frage «Wer bin ich?», sondern viel eher: «Wer bin ich im Verhältnis zu anderen? Wer bin ich heute im Vergleich zu früher? Oder bin ich vielleicht gar nicht, sondern befinde mich im Werden» 

Die Suche nach unserem Ich beschäftigt uns mehr denn je in einer Gesellschaft, in der es immer zahlreichere Optionen gibt und die verschiedenen Lebenswelten immer vielfältiger werden. Für Menschen wird es zunehmend schwierig, ihren «Kern» zu erfahren – oder auch den ihres Gegenübers – und das noch dazu über einen längeren Zeitraum hinweg.(Lippmann, Eric: Selbstfindung, Spiegel Wissen 5/2015) 

Sich an norwegische Volksmärchen anlehnend, schreibt Henrik Ibsen 1867 «Peer Gynt», ein dramatisches Gedicht in fünf Akten. Darin beschreibt er eine existentielle Ich-Suche, die sich einerseits zwischen Bewusstem und Unbewussten, andererseits zwischen Realismus und Surrealismus hin- und herbewegt. 

In einer Übung an den ersten beiden Tagen versuchten sich die Student*innen, ganz unabhängig vom Text, zu überlegen, wer alles oder was alles sie gerne einmal sein würden und das jeweils wo und wann auf der Welt oder an einem anderen Ort. Sie sammelten und kreierten dazu Material, das sie zu einer Reiseführer ähnlichen Collage fügten, die sich medial sämtlicher Mittel bedienen konnte. Am Ende der Kick Off- Tage nahmen sich die Student*innen gegenseitig auf ihre eigenen Reisen mit. 

Dozierende
Alain Rappaport

Projektbegleitende Dramaturgie
Heike Dürscheid

Wissenschaftliche Assistenz
Nicole Müller

Studierende
Umaj Barth, Lorena Becker, Marlene Dietsche, Tabea Eisenring, Rahel Güntert, Franziska Mayer, Adrian Möri, Leonie Ottiger, Jan Studer, Anouk Urben, Noemi Widmer

Expert*innen und Fachpersonen
Manuela Trapp